„Schloß der Arbeit“ – Zeche Zollern

Die bekannteste Station auf der Route der Industriekultur im Ruhrgebiet ist sicher Zeche Zollverein in Essen. Ich persönlich finde die Zeche Zollern in Dortmund noch schöner. Der Name des Bergwerks im Dortmunder Westen erinnert an die Fürstenfamilie der Hohenzollern.

„Schloss der Arbeit“ nannten Zeitgenossen diese wohl schönste Zeche des Ruhrgebiets. Mit ihren prunkvollen Backsteinfassaden und opulenten Giebeln erinnert die Anlage tatsächlich eher an eine Adelsresidenz als an ein Bergwerk. Einzigartig ist die 1902/1903 errichtete Maschinenhalle. Stilistisch markiert sie den Übergang von Historismus und Jugendstil zur Moderne. Berühmt ist die Halle vor allem wegen ihres Jugendstil-Portals mit seiner farbigen Verglasung. Ein solches Portal gibt es kein zweites Mal in einem Industriebau in Europa.

In Konkurrenz zueinander wollten die großen Bergbaugesellschaften damals ihren Führungsanspruch jeweils durch den Bau von besonders qualitätsvollen Musterzechen unterstreichen. Diese „Beeindruckungsarchitektur“ sollte das Repräsentationsbedürfnis der Bergwerksgesellschaft im nationalen und internationalen Geschäftszusammenhang unterstreichen, und im Fall der monumentalen Lohnhalle auch den Autoritätsanspruch der Zechenleitung gegenüber ihrer Belegschaft.

Der Prunk kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Bergleute ihre harte Arbeit unter für uns heute kaum mehr vorstellbaren Bedingungen verrichten mussten. Darüber informiert eine Dauerausstellung.

https://www.lwl.org/industriemuseum/standorte/zeche-zollern/

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